Kritiken

... und war es noch still
(Wittener Tage für neue Kammermusik 1990)

[...] Immer ragten zwei Werke heraus: "Kreon, Hommage á Varese” von Steffen Schleiermacher und
das effektvolle Kammerensemble-Werk "und war es noch still” von Lutz Glandien, das in seiner
Klangfarbenorganisation Bezüge zu Schönbergs "Peropetie” aus den "Fünf Orchesterstücken” opus 16
aufwies.
Rolf Lück (DAS ORCHESTER 7-8, 1990)

[...] deutlich auf subtilere Weise bei Lutz Glandien, dessen vielsagend "und war es noch still" betiteltes
Ensemblestück den Prozeß von Ruhe über unkoordinierte Aktionen bis zum mächtigen, rhythmisch bewegten Unisono, das einer Massendemonstration gleicht, vorführt (und zugleich darauf hinweist, dass die Form des Stücks nicht programmatisch determiniert, sondern aus einer mathematischen Formel abgeleitet ist.)
Peter Niklas Wilson (NZ 7-8, 1990)

[...] Besonders in Glandiens 1989 entstandenem Stück, das auch den größten Erfolg hatte, scheint die
schwelende Revolution im Lande als konzeptionelle Substanz und konzentrierte Klanglichkeit ihre Spuren hinterlassen zu haben. Seine Musik fasziniert von den ersten leisen, gleichsam auseinandergebrochenen Akkorden über die Mobilisierung klanglich-rhythmischer Urgewalten, einen Rückfall in klanglosen Stillstand bis zu erneutem chaotischem Aufbruch und Eskalation durch eine unversöhnliche Expressivität.
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