Texte

Aus Verstreutem ein Ganzes
für präparierte Tuba, 1992

"Aus Verstreutem ein Ganzes" entstand zu Arbeiten von Erika Stürmer-Alex . Diese Künstlerin ist bekannt für eine sehr ausgefeilte Collagetechnik. Viele Werke von ihr entstehen aus auf Schrottplätzen, Straßen oder in Abrißhäusern gefundenen Gegenständen, Dingen, die verstreut herumliegen. Daraus, so sagt sie selbst, schafft sie ein Ganzes. Jene Arbeitsweise hat mich angeregt, die Kompositionen auf ähnliche Weise entstehen zu lassen. Aus Verstreutem ein Ganzes (für Tuba und Tonband) verwendet die Klänge von 66 Percussionsinstrumenten. Diese Klänge wurden gesampelt und auf die Tastatur eines Keyboards verteilt, so daß sie zur gleichen Zeit spielbar und mittels eines Computers abrufbar waren. Mit diesen Klängen wurde zuerst ein sogenanntes Zuspielband hergestellt, was wie der Name schon sagt, einem Instrumentalisten live zugespielt wird. Ich gab dieses Tonband dem Tubisten Michael Vogt und bat ihn, zu diesem Band eine Tubastimme zu improvisieren. Dem Prinzip ausverstreutemeinganzes folgend, zerlegte er seine Tuba und verunstaltete sie durch verschiedene Schalltrichter, die ansonsten anderen Instrumenten zuzuordnen sind oder überhaupt längst ausrangiert oder für den heeren Konzertbetrieb unbrauchbar geworden waren. Außerdem wird der Klang aus der Tuba kommend durch zwei Schläuche in einen leeren und in einen mit Wasser gefüllten Eimer geleitet. Die "Tuba" erscheint somit naturell gefiltert aus verschiedenen Richtungen zu erklingen.

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